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Chronik

Hauptmänner, Gemeindebrandmeister und Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Schapen seit der Gründung 1874

1874 - Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Schapen

Im Jahre 1874 kam es auch in Schapen zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Folgender Brief des Schapener Gemeinderates an das Herzogliche Staats-Ministerium betrifft die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Schapen:

18ten Dembr. 1874
An Herzogliches Staatsministerium hierselbst
Herzogliche Kreis-Direktion Braunschweig wegen eines der Gemeinde Schapen zu den Kosten der Ausrüstung einer Freuwilligen Feuerwehr zu billigenden Zuschusses.
Es hat sich in der Gemeinde Schapen nach Erlaß des Gesetztes vom 2. April c., das Feuerhülswesen betreffend, eine Freiwillige Feuerwehr von 19 Mann gebildet und belaufen sich die dadurch der Gemeinde erwachsenen Kosten den beigefügten Belägen zufolge auf 239 Reichstaler 21 Gutegroschen. Die Anzahl überschreitet allerdings die bei einer Einwohnerzahl von 180 Seelen gesetzlich zulässigen 8 Prozent um 4-5 Mann worauf indessen besonders gewicht nicht zu legen sein wird. Da nun die Gemeinde Schapen zu den kleineren des hiesigen Kreises gehört und namentlich nur eine geringe Anzahl von Reihehöfen enthält, so glaube ich Herzoglichem Staats-Ministerium eherbietigst an heim geben zu dürfen, derselben, deren Antrage gemäß, zu den fraglichen Kosten aus dem desfallsigen (zuständigen) Fonds eine Beihilfe von 100 Reichstaler hochgeneigteß verwilligen zu wollen.
Braunschweig, den 9. December 1874
Herzogliche Kreis-Direktion.
Unterschrift: (Tahlmann)?

Im Jahre 1874 kamen in Schapen 13 Gemeindemitglieder zusammen und gründeten die Freiwillige Feuerwehr Schapen. Ende des Jahres waren es dann schon 19 Mitglieder, wie aus dem Zuschussantrag vom 18.Dezember 1874 zu ersehen ist.
Als erster Feuerwehrhauptmann wurde August Knopf (Foto) mit der Führung der Wehr beauftragt.

1877 - Gemeine Schapen

(unmaßstäbliche Skizze)

1895 - der Löschbezirk 11 setzte wie folgt zusammen:

Ortschaft Commandeur
Weddel Ackermann Wehmann
Schapen Kothsass H. Fischer
Volkmarode Ackermann Weihe
Dibbesdorf Kothsass Wasmus
Hondelage Kothsass Krokel (gleichzeitig: Bezirks-Hauptmann)

1899- 25 jähriges Jubiläum

1924 - 50 jähriges Jubiläum

1944 -1945 - Luftkriegeinsatz der Freiwilligen Feuerwehr Schapen

 

27 Luftangriffe wurden im Jahre 1944 auf Braunschweig und Umgebung geflogen. Mit einem schweren Tagesangriff am 11. Januar erschien erstmals die „U.S Air Force" (USAF) im Raum Braunschweig. Ihr Angriff galt dem Rüstungsbetrieb MIAG III in Bienrode. Von nun an lösten sich. "Royal Air Force" (RAF) und USAF ab. Nachts flogen die Briten ihre Angriffe, fast ausschließlich auf Wohngebiete, am Tage die Amerikaner, die sich vorwiegend auf Rüstungs­betriebe und Eisenbahnanlagen konzentrierten. Allerdings wurden dabei stets auch benachbarte Wohngebiete in Mitleidenschaft gezogen. Der Versuch der RAF am 14. Januar abends, die Innenstadt und die südliche Außenstadt zu zerstören, misslang. Nordweststurm sorgte dafür, dass Spreng- und Brandbomben weit gestreut zwischen den Südrand der Stadt und der Asse fielen, bis nach Wittmar und Kissenbrück hin. Radio London meldete am Abend darauf triumphierend: „Braunschweig wurde mit 2.000 Tonnen Bomben belegt. Ganze Stadtteile stehen noch in Flammen". Maßlose Enttäuschung in der englischen Einsatzzentrale, als Aufklärer am nächsten Tag Fotos der noch heilen Stadt mit nach Hause brachten. Den Höhepunkt des Luftkrieges erlebte Braunschweig und Umgebung in der Nacht zum 15. Oktober 1944, nachdem Luftmarschall Harris beschlossen hatte, die Stadt endgültig auszulöschen". Zielsicher flogen 233 „Lancaster-Bomber" die Stadt von Süden her an, und mit der Zielmarkierung Burgplatz legten sie ab 2.22 Uhr einen Bombenteppich über die Innenstadt. Flächendeckend wurde das Angriffsgebiet mit 847 Tonnen Bomben überzogen, darunter Sprengbomben schwersten Kalibers und Brandbomben verschiedenster Konstruktion. Die Braunschweiger Innenstadt war zu 90% zerstört. Insgesamt hatte Braunschweig während des zweiten Weltkrieges 2.905 Bombenopfer zu beklagen. Industrie- und Verkehrsanlagen fielen aus. Die Außenstadt und mehrere Vororte erlitten erhebliche Schäden. Die zahlreichen Fliegeralarme brachten die Menschen an die physische Leistungsgrenze, wenn man z. B. bedenkt, dass im November 1944 34 Fliegeralarme, zum Teil viermal am Tage, gegeben wurden. Für das Jahr 1944 wurden 306 Stunden mit Fliegeralarm ermittelt. Schapen befand sich in der glücklichen Lage, außerhalb des Zielgebietes zu liegen.

Um die nach jedem Großangriff von außerhalb anrückenden Feuerwehr-Einheiten schneller und effektiver einsetzen zu können, wurden an den Zufahrtsstraßen Lotsenstellen eingerichtet, die   mit   Kradmeldern   und   Lotsen  besetzt  waren.   Hier  erhielten   die   Einheiten   ihre Einsatzbefehle, die der Lotsenstelle über Draht mitgeteilt wurden. Funkverkehr gab es zu dieser
Zeit kaum.
Auch die Schapener Kameraden waren nach schweren Bombenangriffen in Braunschweig oft tagelang im Einsatz. Ihre Lotsenstelle befand sich zuerst bei dem Voigtländerwerk, später an der Gliesmaroder Straße/Ecke Messeweg.
Für das Jahr 1944 sind noch Unterlagen im Stadtarchiv vorhanden, aus denen der Einsatz der Schapener Feuerwehr belegt ist.

 

Es sind folgende kurze Eintragungen:

Fliegerangriff am 5. August 1944
Schadenstelle: in Helenenstraße und Juliusstraße
Aus: 14.35. ein: 8.00. 10 Mann

Am 15. Oktober in Gliesmarode: 3.45 / 1:10
24. August 1944 in Waggum (Flugplatz und Wald):
13.20 FF Schapen. Meldung 13.18. / 1:9.

Schapen am 9. Oktober 1944 an Lotsenstelle gemeldet
Einsatzsführer Diersing
23.50 / 1:10 Entlassen 0.15

Am 13. August 1944
Einsatzführer Diersing 1:11 Mldg.:
2.20 Fasanenstraße, Altewiekring

1962 - Grundausbildung in Waggum 1962

1964 - Übergabe des ersten motorisierten Löschgruppenfahrzeuges (LF 8)

Um das Gerät und die Mannschaft noch schneller an den Brandherd zu bringen, wurde im Jahre 1964 ein Löschgruppenfahrzeug (LF 8) angeschafft.

 

1965 - Gemeindebäckerei vor dem Abriss


Im Jahr 1965 wurde die "Gemeinde-Bäckerei" abgerissen. Anschließend wurde sofort mit dem Neubau des Gerätehauses begonnen.

1966


Nach Auskunft des Protokollbuchs hatte die Freiwillige Feuerwehr Schapen am 30. Oktober 1966 folgenden Mitgliederstand:

24 Aktive, 9 Passive, 10 Altersabteilung, 32 Fördernde

 

 

1970 - Anbau Gerätehaus


Anfang der siebziger Jahre erfolgte auf Initiative der aktiven Kameraden in Eigenarbeit der Anbau eines Schulungsraumes mit ca. 30 Sitzplätzen.

1971 - Bereits im Jahr 1971 lag bei der Jahreshauptversammlung am 31. Januar ein Antrag zur "Gründung einer Jugendabteilung" vor.

 


1974 - 100 jähriges Jubiläum

Der Festausschuss hatte für die Feierlichkeiten das Wochenende vom 07. bis 09. Juni 1974 vorgesehen. Am Abend gab der damalige Ortsbrandmeister Hartmut Lenge einen Überblick über die vergangenen 100 Jahre der Freiwilligen Feuerwehr Schapen. Beendet wurde der Tag mit dem "Großen Zapfenstreich". Am Samstag fand eine Ausstellung mit dem Thema "Die Freiwillige Feuerwehr im Wandel der Zeit" vor der Mehrzweckhalle statt.

Gebietsreform:
Am 28 Februar wurde der Landkreis Braunschweig aufgelöst, am 1. März kamen 22 Gemeinden, darunter 18 aus dem Landkreis Braunschweig, drei aus dem Landkreis Wolfenbüttel und eine aus dem Landkreis Gifhorn zur Stadt Braunschweig.
Am 1. März wurde aus der "Freiwilligen Feuerwehr Schapen" die "Feuerwehr Braunschweig Ortsfeuerwehr Schapen". Aus den bisherigen Freiwilligen Feuerwehren der einzelnen Gemeinden wurden Ortsfeuerwehren der Freiwilligen Feuerwehr Braunschweig. Die Gemeindebrandmeister wurden zu Ortsbandmeistern ernannt.
Nachdem sich Ewald Gens als Jugendwart und Hellmut Poppe als dessen Stellvertreter für die Ausbildung der Jugendlichen zur Verfügung stellten, wurde die Jugendabteilung am 1. Oktober 1974 gegründet.

1975 - Vom 21. bis 22 Juni 1975 wurde in "Rasch-Fuhren" (nähe Schapen) ein internes Zeltlager der Jugendfeuerwehr abgehalten.

1979 - Gründung der Altersabteilung

Am 3. Februar 1979 wurde während der Jahreshauptversammlung die Bildung einer Altersabteilung beschlossen. Die Kameraden treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch im Schulungsraum des Geräteshauses. ferner werden in jedem Jahr Besichtigungsfahrten und Busausflüge unternommen.

 

1981 - Übergabe des zweiten Löschgruppenfahrzeuges (LF 8)


Am 28. November 1981 fand die Übernahme des neuen Löschgruppenfahrzeuges LF 8 mit einem gemütlichen Beisammensein bei Blasmusik im "Alten Krug" statt.

1989 - Umweltseminar der Jugendfeuerwehr am 8. September 1989 in Hankensbüttel.

Quelle:

Die historischen Informationen sind folgendem Buch entnommen:

125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Schapen 1874 - 1999
Die freiwillige Feuerwehr im Wandel der Zeit
Erschienen 1999 und erstellt von Hartmut Lenge und Ewald Gens zum 125 jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Schapen

 

 

2000 - Feuerwehrgerätehaus Schapen Umbau und Erweiterung

Grundsteinlegung: 24.03.2000

Richtfest: 07.04.2000

Einweihung: 16.09.2000

Artikel aus dem Ortgespräch

2001 - Übergabe des neuen MTW am 08.09.2001

Artikel aus der Braunschweiger Zeitung vom 10.09.2001

Artikel aus dem Ortgespräch (Oktober 2001)

2002 - Sommer: Braunschweig versinkt im Regen

Juli 2002: Chaotische Verhältnisse - Straßen unpassierbar - Hunderte Helfer im Einsatz
Regen, Regen, Regen. Innerhalb von 26 Stunden fielen am Donnerstag 109 Liter Wasser je Quadratmeter auf Braunschweig.
Die Wassermassen führten dazu, dass zahlreiche Straßen unpassierbar und gesperrt wurden.

Mehrere 100 Keller standen unter Wasser. Oker, Wabe und Schunter traten über die Ufer. mehr dazu aus der Braunschweiger Zeitung

2004 - 130 Jahre Feuerwehr Schapen

In diesem Jahr feiert die Ortsfeuerwehr Schapen ihr 130 jähriges Bestehen, auch die Jugendfeuerwehr feiert 30jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass wurde am 28.08.2004 erstmals ein "Tag der offenen Tür" veranstaltet. Interessierte konnten sich ein Bild von unserer Arbeit, der Technik und Geräten auch heutiger und histroscher Zeit machen. Neben vielen anderen Aktivitäten wie z.B. dem Einsatz einer Drehleiter oder der Spitzwand der Jugendfeuerwehr wurde auch für das leibliche Wohl gesorgt.

2005 - große Bombenevakuierung in der Innenstadt von Braunschweig

Mittwoch, 08.06.2005: 5000 Braunschweiger evakuiert. Explosionsgefahr im Schlosspark! Bauarbeiter finden eine Weltkriegsbomben bei den Bauarbeiten der Schlossarkaden. Gegen 18 Uhr schwebt auf der Baustelle ein Trupp des Kampfmittel-Beseitigungsdienstes Niedersachsen ein. Sein Auftrag: die amerikanische Bombe entschärfen. Die Innenstadt muss evakuiert werden – 500 Meter im Umkreis der Bombe. Am Ende werden 5000 Menschen evakuiert sein. 3500 finden Zuflucht in der VW-Halle.
Die Ortfeuerwehr Schapen wurde im Rahmen des Fachzug 80 (Personalreserve) zur Evakuierung der Bevölkerung eingesetzt, mehr als 5 Stunden war sie im Bereich der Steinwegs und der Wilhemstrasse im nächtlichen Einsatz. Berichte aus der Braunschweiger Zeitung

 

2006 - Elbe Hochwasser

08.-09-04.2006 Hochwasser im Kreis Lüchow: Feuerwehr Braunschweig half mit rund 140 Einsatzkräften, darunter war auch der Fachzug 80, dem die Orstfeuerwehr Schapen eingegliedert ist. Im Kreis Lüchow sollte die Feuerwehr Braunschweig die Arbeit der Helfer und der Bundeswehr unterstützen und Deiche verteidigen. Die Lage an der Elbe hatte sich weiter verschärft, an einigen Orten erreichten die Fluten neue Höchststände jenseits der Werte von 2002. Schon mittags war bei einem Pegelstand von 7,60 Metern – zehn Zentimeter mehr als 2002 – die historische Altstadt nahezu komplett überflutet. „Das Wasser steigt etwa alle zwei Stunden um einen Zentimeter“, sagte eine Sprecherin des Landkreises. Normal ist ein Stand von 2,75 Metern. Nach Ereichen des Bereitstellungsraum in der Nähe der Ortschaft Kapern wurde dem Fachzug 80 ein zu schützender Deich zugewiesen, bis in die frühen Morgenstunden wurden Sandsäcke verlegt.

Berichte aus der Braunscheiger Zeitung

2008- Projekt "Kampf dem Herztod" gestartet

Seit Mitte 2008 gibt es das Projekt „Kampf dem Herztod“ in Schapen. Mit diesem ehrgeizigen Projekt soll die Überlebensrate beim plötzlichen Herztod im Ort gesenkt werden. Am 01.06 nahm die First-Responder Einheit ihre Arbeit auf und rettete bereits nach kurzer Zeit das erste Menschenleben!

2010 - Gründung Kinderfeuerwehr in Schapen

Kinderfeuerwehr

2010 - Sirenen im Ort abgebaut

09.08.2010

Endgültig ausgeheult haben die beiden Sirenen in Schapen. Seit dem 01.05.2010 sind sie nur noch als Probealarm gelaufen, da die Alarmierung vollständig auf digitale Meldeempfänger umgestellt wurde.

Der Heulton bleibt nur noch in Erinnung, da beide "Heuler" abgebaut wurden. Die Berufsfeuerwehr rückte mit zwei Fahrzeugen und vier Mann an um die Anlagen abzubauen. Mit der Drehleiter schwebten sie eine letzte Ehrenrunde über den Ort und gingen sofort in den wohlverdienten Ruhestand...

Die Einsatzbereitschaft der Ortfeuerwehr ist davon uneingenommen.

2012 - Erhard Hottenbacher wird zum Ehrenbrandmeister ernannt

Quelle: Braunschweiger Zeitung

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